Freitag, 18. Februar 2011

Im Land der Staufer

(unveröffentlichter Beitrag zu meinem Kalender)

In Wäschenbeuren zwischen Göppingen und Lorch kann man eine kleine Rundreise im Land der Staufer beginnen. Das Wäscherschloss ist eine Burg aus dem 13. Jahrhundert, wie die Friedrichs II. in Italien angelegt – mit Buckelquadern, aufgesetztem Fachwerk und einem mächtigen Ringwall. Der Name kommt von Konrad dem Wäscher, der mit der Burg belehnt wurde. Der nahegelegene Hohenstaufen (wie ein Staufen, ein Weinhumpen geformt, daher die Bezeichnung) trägt eine Ruine auf seinem Buckel. Sie war das Stammschloss der Staufer, und auch Besuche Kaiser Friedrich I. Barbarossa im „castro stauff“ sind urkundlich belegt. Nicht belegt ist, dass er sich in ein Dienstmädchen des Wäscherschlosses verliebt haben soll. Im Ort Hohenstaufen gibt es die Barbarossakirche mit einem Bild des Herrschers, das jedoch erst 1725 aufgestellt wurde. Die Inschrift „Hic transibat Caesar“ über dem nördlichen Türbogen ist ein Hinweis auf die Kaiserpforte. Lohnend ist auch ein Spaziergang zur nahegelegenen Spielburg. Vor zwei Millionen Jahren stürzte ein riesiger Kalksteinblock vom Albtrauf und bildete eine einzigartige Landschaft mit heideähnlichem Trockenrasen aus. Seltene Pflanzen wie Bienenragwurz und Fransenenzian sind hier ebenso anzutreffen wie Neuntöter und Schwalbenschwanz.

Unterhalb der Barbarossakirche steht schon seit Generationen das Gasthaus „Zum Goldenen Ochsen“. Das gepflegte Ambiente erinnert an alte Zeiten. Die Maultasche in der Brühe schmeckt so gut wie eh und je, ebenso Schweinebraten und Fleischkäse. Der Kartoffelsalat ist gerade richtig in der Konsistenz. Und die Speisekarte hat noch viel mehr zu bieten! Im angeschlossenen Biergarten kann man im Sommer draußen speisen oder Kaffee trinken, mit Blick auf den geschichtsträchtigen Berg. Eine Wanderung führt über den Hohenstaufen zum Wäscherschlösschen. Im nahe gelegenen Lorch laden neben dem Kloster, der Grablege der Staufer, die Reste eines römischen Kastells zur Besichtigung ein. Vom Kloster führt ein ausgeschilderter „Limeswanderweg“ an der ehemaligen Befestigungsanlage der Römer entlang. Schon die alten Dichter wussten die Vorzüge dieser Region zu schätzen. Friedrich Schiller lebte von seinem 4.-7. Lebensjahr in Lorch. Seine Schwester Christophine hat die Spiele beschrieben, mit den der junge Friedrich seine drückenden Erlebnisse in der Schule und im Elternhaus kompensierte. Besonders liebte er „Pfarrerspiele“.
Mutter und Schwester mussten dem Knaben eine schwarze Schürze umbinden und ein Käppchen aufsetzen, dabei sah er sehr ernsthaft aus. Wer zugegen war, musste zuhören, und wenn jemand lachte, wurde er unwillig und lief fort und war so bald nicht wieder zu sehen.“
Kloster Lorch

Einige Zeit später notierte Eduard Mörike, de sich von 1867 bis 1869 hierher zurückzog, in den ersten Tagen in sein Notizbuch:
Wahr aber ist, ich lebe hier, Essen und Trinken abgerechnet, fast nur vom Genuss de Gegend, insbesondere der Luft, und habe kaum noch eine Feder angerührt. Wir haben hier vollkommen, was wir brauchen, was Gretchen fast noch mehr als ich bedurfte: die lang ersehnte absolute Ruhe und Stille.“

Rezept für Maultaschen


Nudelteig

300g Mehl, Salz
2 Eier
2-3 EL Wasser

Aus Mehl, Eiern, Salz und Wasser einen festen, geschmeidigen Teig kneten, auf bemehltem Brett portionsweise sehr dünn ausrollen. Ca. 1 Stunde ruhen lassen.

Füllung:
200 g Hackfleisch,
200 g Brät
2 Eier
Wahlweise 1 EL Semmelbrösel
Zwiebel, Petersilie, Majoran
Salz, Pfeffer, Muskat
Spinatmaultaschen: 400g frischen Spinat dünsten,
klein hacken und untermischen

Aus den Zutaten einen Fleischteig bereiten, kleingeschnittene Zwiebel vorher andämpfen.
Eine ca. 7cm lange Rolle formen, auf den Teig legen, abschneiden und die Seiten mit Eiweiß verkleben. 8 Minuten leise simmernd kochen, in der Brühe mit Kartoffelsalat oder abgeschmälzt mit gebratenen Zwiebeln servieren.













                                          





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